Occupy (w)all streets!

Start:
15. Januar 2012 12:00
Eventort:
Marienplatz

„Eine andere Welt ist möglich. Eine mögliche Welt ist anders“. Unter diesem Motto startet die Initiative „Echte Demokratie jetzt! München“ in das Neue Jahr und veranstaltet am 15. Januar eine Kundgebung mit offenem Bürgermikrofon am Marienplatz. Es ist nicht nur die endlose Diskussion um den Euro oder die schwer nachzuvollziehende Salamitaktik des Bundespräsidenten, sondern das ganz grundlegende Gefühl der Entmündigung, das die Menschen seit Monaten auf die Straßen und Plätze treibt. Sie wollen nicht mehr zusehen, wie das Ideal der Demokratie mehr und mehr ausgehöhlt wird. Sie wollen es wieder mit Leben gefüllt sehen. Sie fordern Mitbestimmung und soziale Gerechtigkeit. Die Zeiten, in denen sich die Bürger zu passiven Zusehern degradieren ließen, sind vorbei. Sie informieren sich, vernetzen sich und erheben ihre Stimme.

Rückblick: Mit dem 17. Dezember 2010 begann die Jasminrevolution in Tunesien, am 5. Januar 2011 die Unruhen in Algerien und am 25. Januar 2011 die Demonstrationen in Ägypten. Der Arabische Frühling nahm seinen Lauf. Am 15. Mai 2011 empörten sich die “Indignados” auf der Puerta del Sol in Madrid und in allen großen spanischen Städten. Die #spanishrevolution inspirierte viele Menschen und die Bewegung “Democracia Real Ya!” breitete sich unter dem Begriff “Echte Demokratie jetzt!” aus. Am 17. September 2011 begann “Occupy Wall Street” in New York und es entstanden überall auf der Welt Occupy-Initiativen. Am globalen Aktionstag 15. Oktober 2011 gingen weltweit mehrere hunderttausend Menschen in 951 Städten und 82 Ländern auf die Straßen und Plätze. Auch in München trafen sich 1200 Menschen am Stachus. Ein Jahr nach diesen Ereignissen und im Rückblick auf #15M und #15O findet der nächste weltweite Aktionstag am 15. Januar 2012 unter dem Motto “united for globalchange 15J” statt. Die Menschen demonstrieren für mehr Transparenz in politischen Prozessen und für „echte Demokratie“ – für mehr Bildung und soziale Gerechtigkeit – für eine Wirtschaft, die den Menschen dient – für die Entscheidungshoheit der Bürgerinnen und Bürger.

Treffpunkt in MÜNCHEN ist am Sonntag, den 15. Januar am MARIENPLATZ. Neben dem Open Mic (Bürger-Mikrofon) gibt es Live-Musik von traumphase und LEAF. Die Münchner Ruhestörung eröffnet um 12 Uhr die Veranstaltung.

Günter Grzega, ehem. Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank München, schickt ein Grußwort:

„Ich halte die Occupy-Bewegung für eine tolle Sache und wünsche mir, dass sie zu einer richtig großen Bewegung wird. Am 15. Januar befinde ich mich in Wien und kann deshalb nicht in München meine Meinung kundtun – nämlich zu überlegen, ob die Banken als „Dienstleister der Realwirtschaft“ überhaupt in der Rechtsform der Aktiengesellschaft zulässig sind. Ich kann nicht einerseits der bestmögliche Dienstleister für Wirtschaft und Gesellschaft in Geldangelegenheiten sein und gleichzeitig vor allem die Interessen meiner Aktionäre befriedigen. Das ist einfach schizophren. Deshalb sollten Banken entweder als Genossenschaften oder als öffentlich-rechtliche Institute und für bestimmte Fälle als Staatliche Institutionen organisiert sein. Ich wünsche der Veranstaltung viel Erfolg und grüße Sie herzlich.“





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