
Da sag noch mal einer, Münchens Stadtverwaltung sei zu langsam. Im Eiltempo und trotz der heftigen Kritik von Seiten der Grünen und der Denkmalpflege hat das KVR heute den Weg frei gemacht für einen umstrittenen Skizirkus Mitten im denkmalgeschützten Ensemble. “Snow-City wird kommen”, sagte KVR-Sprecherin Daniela Schlegel. Dem Ende vergangenen Jahres eingereichten Antrag wird zugestimmt. Vom 4. bis 20. Februar erwartet die Münchner vor dem Siemens-Headquarter eine Skipiste. Ein paar Abstriche muss Siemens wohl machen, heißt es. Worauf verzichtet werden muss, wird heute Nachmittag noch verhandelt.
Siemens hat das Investitions-Potenzial von „weißen Großveranstaltungen“, wie der Konzern es selbst nennt, für sich entdeckt. Der Technologieriese holt den Winterzauber vor seine eigene Haustür. Und man hat – ganz Weltkonzern- eine Menge vor:
- Public-Viewing der Ski-WM in Garmisch-Patenkirchen
- 40 Meter lange und 9,50 Meter hohe Skirampe mit 20 Meter langen Auslauf
- Zauberteppiche als Liftanlage, die täglich von 10 bis 22 Uhr in Betrieb sind
- Essen und Getränke in Almhütten
- Ausstellungsiglu zu „grüner Technik“
- Skikurse für Kinder
- SnowBox, also eine Art „Schneefabrik“, die bei bis zu 35 Grad Plus Schnee produziert
- jeden Abend Après-Ski-Party
Doch den Planern des Vorhabens, das von Konzernseite als “nachhaltiges” Event gepriesen wird, blies in den vergangenen Tagen der eiskalte Januarwind ins Gesicht. Die Grünen lehnen die Pläne entschieden ab. Und auch der Bezirksausschuss Maxvorstadt hat viele Kritikpunkte formuliert:
Das Stadtteilgremium fürchtet die Kommerzialisierung des Wittelsbacherplatzes und mahnt, dass der Platz schon im vergangenen Sommer für einige Tage „Tummelfeld für Profit- und PR-Interessen“ eines Unternehmens, des sogenannten „Hamburger Fischmarktes“ war.
Auch die angekündigte Nachhaltigkeit der Veranstaltung, nimmt der BA dem Konzern nicht ab. Zum Beispiel, was die SnowBox angeht, die den Schnee für die Piste bereitstellen soll und für die Siemens „grünen“ Strom der Stadtwerke nutzen will.
Die Grünen kritisieren vor allem die „Energieverschwendung“. Und können auch der weiterentwickelten Technik nichts Gutes abgewinnen. „Es verbraucht selbstverständlich mehr Energie, wenn man bei Plusgraden Schnee erzeugt“, so Münchens Grünen-Chefin Katharina Schulze.
Als „besonders problematisch“ stufen die Stadtratsgrünen die Anreize für Kinder ein: Hier wir „ein Skivergnügen mitten in der bebauten Stadt und der damit verbundene unnötige Ressourcenverbrauch als etwas völlig „Normales“ und Alltägliches vermittelt.“
Schließlich fragt man sich bei den Grünen auch, wie dieses Ereignis noch zu toppen sei. „Soll vielleicht die Maximilianstraße geflutet und zur künstlichen Eisbahn erklärt werden?“
Ablehnung zeigen auch einige der umliegenden Geschäftsleute.
Die Rathaus-SPD hingegen stand seit Beginn der Planungen voll hinter dem Event. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) will die Piste sogar ganz sportiv einweihen. Der OB möchte dafür gegen Siemens-Chef Löscher im Kurzschwungwettbewerb antreten.
Der Konzern hält sich momentan mit öffentlichen Stellungnahmen zurück. Gegenüber klimaherbst.de erklärte eine Sprecherin: Das Event werde den Nachhaltigkeitskriterien des Unternehmens entsprechen. So sei vorgesehen, dass „die Veranstaltung klimaneutral gestellt wird”.
Am Freitag hat das Kreisverwaltungsreferat entschieden, die Skipiste zu genehmigen.


















[...] erfolgreich war dagegen die Skipiste auf dem Fröttmaninger Müllberg. Das neueste Projekt ist „Snow-City“ am Wittelsbacher Platz. Eine Vollkommen aufgeblasene Spielwiese, bei der sich Ude gerne wieder als Zugpferd der Münchner [...]
Was für eine Nachricht! Ich habe extra in den Kalender geschaut, ich kanns kaum glauben, es ist nicht der erste April.
„Soll vielleicht die Maximilianstraße geflutet und zur künstlichen Eisbahn erklärt werden?“
Fuck YEAH!
Warum auch nicht.
Finde die Idee eigentlich nicht schlecht. Klar geht viel Energie drauf, aber mit der Einstellung könnte man ja auch die Stadionbeleuchtung oder alle Spiele bei Flutlicht “verbieten” wollen. Und wer schreibt dann vor, was noch politisch korrekt “erlaubt” ist. Aber so eine Schafft-die-Flutlichter-ab Aktion doch eine neue Idee für Klimaschützer um ihre “Beliebtheit” noch weiter zu steigern!
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